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Folgen des Diabetes

Die Folgen von Diabetes sind zu beachten

Auswirkungen der Erkrankung

Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Eine Unterzuckerung tritt ein, wenn der Blutzuckerspiegel unter 50 mg/dl sinkt. Bei einem noch stärkeren Abfall auf unter 30 mg/dl ist von einer schweren Unterzuckerung die Rede. Diese kann im Extremfall zu Krampfanfällen oder einer Ohnmacht führen.

Die Symptomatik bei Unterzucker folgt keinem allgemeingültigen Schema. Zur Erkennung kommt erschwerend hinzu, dass Diabetiker mit einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome reagieren können, darunter Schweißausbrüche, Blässe, Nervosität, Zittern, Schwindelgefühle, Herzrasen, Kopfschmerzen, Heißhunger, Druckgefühl in der Brust, Koordinationsprobleme, Apathie, Sprachbeeinträchtigungen, Gedächtnisprobleme, Fratzenschneiden und gesteigerte Reizbarkeit bis hin zur Aggressivität. Aus diesem Grunde werden Diabetiker dann oftmals als betrunken oder „zugedröhnt“ eingeschätzt. Im weiteren Verlauf kann es bei unterlassener Nothilfe zu einem sogenannten hypoglykämischen Schock kommen, was zu Atem- und Kreislaufversagen führen kann.

Die Unterzuckerung kann bekämpft werden durch

Überzucker (Hyperglykämie)

Der erhöhte Blutzuckerspiegel ist typisch für den Diabetes mellitus und zieht längerfristig Folgeerkrankungen nach sich. Allerdings kann er sich in Form einer Überzuckerung auch kurzfristig auf das körperliche Wohlbefinden auswirken.

Überschreitet der Blutzuckerspiegel den Normalbereich von 80-120 mg/dl und geht über 250 mg/dl hinaus, steigt die Gefahr eines diabetischen Komas. Bei etwa 400 mg/dl wird es für den Körper bedrohlich, ab 1000 mg/dl tritt das diabetische Koma ein.

Das diabetische Koma wird auch „Diabetische Ketoazidose“ oder auch „Ketoazidotisches Koma“ (Diabetes Typ I) genannt.

Bei Diabetes Typ 1 löst der totale Mangel an Insulin eine Veränderung im Stoffwechsel aus. Dieser Mangel führt zur vermehrten Bildung von Ketonkörpern (Ketose), wodurch es zu einer Übersäuerung (Ketoazidose) kommt. Charakteristisch für die Ketoazidose sind starker Harndrang, Durst, Übelkeit, Erbrechen und Schwäche. Es treten auch Magenkrämpfe, ein verändertes Atemmuster und Austrocknung auf. Diese kann von Ohnmacht bis hin zum Koma führen. Unbehandelt endet diese Austrocknung tödlich. Diabetes Typ 1 wird häufig erst durch das Auftreten des diabetischen Komas entdeckt.

Hyperosmolares Koma

Bei Diabetes Typ 2 ist normalerweise eine Restmenge an körpereigenem Insulin vorhanden. Hierdurch bleiben die Symptome wie beim ketoazidotischen Koma aus. Kernproblem ist stattdessen der hohe Blutzuckerspiegel, der zu starkem Harndrang führt. Dieser verursacht eine Austrocknung und kann unbehandelt zu Nierenversagen führen. Folgen der Austrocknung sind Apathie, Ohnmacht und ohne weitere Behandlung das Koma.

In Fällen des diabetischen Komas ist es für den betroffenen Diabetiker überlebenswichtig, dass er sofort in die stabile Seitenlage gebracht und ein Notruf abgesetzt wird!

 

Betroffene Organe bei Diabetes

Behandlung Füße
Durch einen Diabetes können eine Vielzahl unterschiedlicher Organe geschädigt werden. Hauptursache für eine Reihe von Folgeerkrankungen ist in der Regel ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel. Dabei ist es egal, ob dieser durch die Produktion einer zu geringen Insulinmenge, durch eine Insulinresistenz oder durch Übergewicht erhöht ist. Die Folgeerkrankungen sind zumeist auf die veränderten Eigenschaften des „verzuckerten Blutes“ zurückzuführen, da es so zu Durchblutungsstörungen kommen kann.

Die hohe Konzentration von Glucose im Blut

Dadurch werden insbesondere Organe mit kleinen Blutgefäßen (Netzhaut und Nieren) sowie Organe mit großen Blutgefäßen (Herz, Gehirn, Beine) in Mitleidenschaft gezogen.

Augen/Sehkraft

Durchblutungsstörungen an der Netzhaut (Retina) führen zur Abnahme der Sehkraft bis hin zur Erblindung (diabetische Retinopathie).

Mundraum

Durchblutungsstörungen im Zahnfleisch des Diabetikers begünstigen eine diabetische Parondontitis, Abzesse und Faulecken (Mundwinkelrhagaden) und wirken sich ungünstig auf die Wundheilung im Mundraum aus.

Niere/Leber

Bei einer durch Diabetes verursachten Nierenerkrankung (diabetische Nephropathie) kann es zu Nierenversagen kommen. Dadurch werden eine Dialyse und langfristig eine Nierentransplantation notwendig. Des weiteren kann bei einem Diabetiker durch den veränderten Stoffwechsel das Risiko für eine Fettleber und Krebs ansteigen.

Herz/Kreislauf und Gehirn

Der Einfluss von Diabetes mellitus auf das Herz-Kreislaufsystem und das Gehirn ist enorm. Bei Diabetikern ist das Schlaganfallrisiko um das zwei- bis dreifache erhöht, das Herzinfarktrisiko sogar um das vier- bis sechsfache. Durch die Durchblutungsstörungen entsteht ein Sauerstoffmangel im Blut, was einen Schlaganfall zur Folge haben kann.

Nerven/Extremitäten/Beine

Schädigungen der Nerven (diabetische Polyneuropathie) treten insbesondere an den Beinen auf. Dadurch ergibt sich ein vermindertes Schmerz- und Tastempfinden, das als diabetisches Fußsyndrom (DFS) bezeichnet wird. Im weiteren Verlauf der Zuckerkrankheit kann es zur Bildung von Geschwülsten und Amputationen kommen.

Blut

Der dauerhaft hohe Blutzuckerspiegel hat nicht nur Auswirkungen auf Gefäße und Gewebe des Diabetikers, sondern auch auf das Blut selbst. Es verzuckert mit der Zeit. Genauer gesagt verzuckert das Hämoglobin, welches sich als Farbstoff in den roten Blutkörperchen befindet. Hämoglobin transportiert den Sauerstoff im Blut und wird durch die Verzuckerung in der Ausübung stark beeinträchtigt. Damit ist die optimale Sauerstoffversorgung nicht mehr gewährleistet.

Bis zu einem gewissen Grad ist die Anlagerung von Glucose am Hämoglobin normal. Bei einem kurzfristigen Anstieg des Blutzuckers nimmt die Glucoseanlagerung zu und bei fallendem Blutzuckerspiegel wieder ab. Dies funktioniert allerdings nur, bei einem kurzfristig erhöhten Blutzuckerspiegel. Ist der Blutzuckerspiegel über mehrere Stunden erhöht, bleibt auch die Glucoseanlagerung am Hämoglobin unumkehrbar bestehen. Man redet dann umgangssprachlich von „verzuckertem Blut“.

Der Verzuckerungsgrad des Hämoglobins wird mit dem HbA1c in Prozent (%) bemessen. Das „verzuckerte“ Hämoglobin wird erst mit dem Ende der normalen Lebensdauer der roten Blutkörperchen von ca. 100-120 Tagen ausgeschieden und durch neues Hämoglobin ersetzt. Damit wird ermöglicht, den Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum zu betrachten und den Erfolg der Therapie zu bewerten. Bei gesunden Menschen liegt der HbA1C-Wert zwischen 4,5 und 6%, bei Diabetikern deutlich darüber.

Neben dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin sind auch die Blutplättchen (Thrombozyten) von der „Verzuckerung“ des Blutes betroffen. Blutplättchen werden für die Blutgerinnung benötigt. Sie verschließen Verletzungen an den Blutgefäßen, indem sie sich an das verletze Gewebe und an sich selbst anlagern. Beim Diabetes mellitus verändern sich deren Eigenschaften. Ihre Lebensdauer ist verkürzt und ihre Anzahl ist erhöht. Dadurch kommt es u.a. zu einer verstärkten Ablagerung in den Gefäßen (Arteriosklerose) und einer verschlechterten Wundheilung.

Auch die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, können durch die Verzuckerung nicht mehr optimal arbeiten. Weiße Blutkörperchen sind ein wichtiger Bestandteil der körpereigenen Abwehr gegen Krankheitserreger. Ihre eingeschränkte Leistungsfähigkeit durch den hohen Blutzuckerspiegel erhöht die Infektionsanfälligkeit. Insbesondere Harnwegsinfektionen, Pilzinfektionen, die Entstehung des diabetischen Fußes, Furunkel und entzündete Nierenbecken sind eine häufige Nebenerscheinung beim Diabetes mellitus.

Die „Verzuckerung“ des Blutes, die durch den hohen Blutzuckerspiegel beim Diabetes mellitus zustande kommt, wirkt sich auch auf die Blutgerinnung aus. Das Blut wird dickflüssiger und es kommt verstärkt zu Ablagerungen in den Blutgefäßen (Arteriosklerose). Starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels begünstigen die Bildungen dieser Ablagerungen zusätzlich. Zur Vorbeugung und auch zur direkten Behandlung erhalten Betroffene häufig Blutgerinnungsmittel, um z. B. Thrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen. Die Kontrolle der Blutgerinnung ist ein wichtiger Schritt, um auf Veränderungen der Blutgerinnung überhaupt reagieren zu können.

Quick   Mit Hilfe des Quick-Tests ist es möglich, Störungen bei der Blutgerinnung ausfindig zu machen. Wichtig ist dies insbesondere vor operativen Eingriffen oder der Einnahme von Medikamenten, die Einfluss auf die Blutgerinnung haben. Aufgrund einer schlechten Vergleichbarkeit der Messwerte, die je nach Testsystem variieren, wird immer häufiger der INR verwendet.

INR   International normalized ratio (INR) dient zur Standardisierung des Quick-Wertes. Hier werden die Werte des Diabetikers auf Normwerte bezogen, um eine bessere Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Der erste Quick-Test wird bei Problemen mit der Blutgerinnung vom behandelnden Arzt durchgeführt. Sollte eine dauerhafte Überwachung nötig sein, etwa bei der Einnahme von Blutverdünnern wie Marcumar, kann dies nach Rücksprache mit der Krankenkasse und einer Schulung vom Betroffenen selbst durchgeführt werden.

 

Diabetes Folgeerkrankungen

Die rechtzeitige Diagnose des Diabetes mellitus, die richtige Behandlung und das disziplinierte Selbstmanagement sind wichtige Schritte, um bei einem betroffenen Diabetiker Folgeerkrankungen vorzubeugen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können helfen, Folgeerkrankungen zu erkennen und bei Verdacht sofort gegenzusteuern. Mit der ärztlichen Therapie und Änderungen des Lebensstils können in vielen Fällen schlimmere Ausprägungen verhindert oder zumindest gemildert werden.

Bei einer dauerhaft schlechten Einstellung des Blutzuckerspiegels drohen durch die Schädigung von Blut- und Nervengefäßen ernsthafte Folgeerkrankungen. Allerdings kann jeder Mensch selbst dazu beitragen, dass sich die Blutzuckerwerte nachhaltig verbessern.

Diabetische Retinopathie

Die diabetische Retinopathie ist eine krankhafte Veränderung der Netzhaut (Retina) als Folge des Diabetes. Die Blutgefäße der Netzhaut werden nicht mehr richtig durchblutet. Chemisch modifizierte Moleküle lagern sich in den Wänden der winzigen Blutgefäße der Augen ab. Dadurch wird die Sehkraft beeinträchtigt, was im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann. Weitere Details und alle Formen der diabetische Retinopathie finden Sie hier.

Diabetische Parodontitis

Die Parodontitis, umgangssprachlich auch als Parodontose bezeichnet, ist eine bakterielle Zahnfleisch- oder Zahnwurzelentzündung. Diese wird durch Durchblutungsstörungen im Zahnfleisch des Diabetikers ausgelöst und begünstigt. Außerdem können Abszesse und Faulecken (Mundwinkelrhagaden) entstehen. Generell wirkt sich eine Parodontitis negativ auf die Wundheilung im Mundraum aus. Eine schlechte Einstellung des Blutzuckerspiegels erhöht das Risiko für eine diabetische Parodontitis um das Dreifache.

Diabetische Gastroparese

Die Gastroparese ist eine Erkrankung des Verdauungstraktes bzw. eine Magenlähmung und wird in der Fachsprache auch Magenatonie genannt. Die Krankheit verursacht die Störung der Magenentleerung und äußert sich unter anderem durch Blähungen, Bauchschmerzen und Erbrechen (griech. „Parese“ = erschlaffen / „Atonie“ = spannungslos). Ausgelöst wird die Gastroparese durch Nervenschädigungen im Magen-/Darmbereich in Folge einer schlechten Blutzuckereinstellung.

Diabetische Nephropathie

Nephropathie ist der medizinische Fachausdruck für Erkrankungen der Niere oder der Nierenfunktion. Bei der diabetischen Nephropathie entstehen durch die Veränderung des Stoffwechsels Entzündungen sowie Gefäßveränderungen. Diese führen zu einer Erkrankung des Filterapparates der Niere. Als Folge einer diabetischen Nephropathie droht mittelfristig die Dialyse, langfristig muss eine Nierentransplantation durchgeführt werden.

Herzinfarkt/Schlaganfall

Der Herzinfarkt wird im Volksmund auch als Herzschlag oder Herzanfall bezeichnet. Es handelt sich hierbei um einen Verschluss der Herzmuskelblutgefäße. Dies ist eine lebensbedrohliche Erkrankung mit einem plötzlich auftretenden, starken Schmerz in der Brustgegend. Bei Diabetes ist der Herzinfarkt eine der häufigsten Folgeerkrankungen.

Polyneuropathie

Polyneuropathie bezeichnet Erkrankungen des peripheren Nervensystems. In der Regel zeigt sich die Polyneuropathie bei einem Diabetiker an Händen und Füßen, selten körpernah. Kritisch bei dieser Art der Erkrankung ist, dass in der Regel mehrere Nerven betroffen sind.

Durch die Nervenschädigung reduziert sich das Schmerz- und Tastempfinden. Im Bereich der Füße wird dies auch als diabetisches Fußsyndrom bezeichnet. Es kann durch eine eingeschränkte Durchblutung dieses Bereiches sogar noch verstärkt werden. Häufigste Symptome sind fehlende Wahrnehmung (Minussymptomatik) oder Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Ameisenlaufen und Brennen (Plussymptomatik).

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Bei der pAVK ist die arterielle Durchblutung der Extremitäten (Arme oder Beine) gestört. In der Regel sind Arterien verengt oder verstopft. Als Folge eines Diabetes treten deswegen oft Schmerzen z.B. in den Beinen auf, die bei Betroffenen dazu führen, dass sie beim Laufen häufig anhalten müssen. Das ist auch der Grund, warum diese Krankheit auch als "Schaufensterkrankheit" bezeichnet wird.

 

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