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Behandlung des Bluthochdrucks

Therapie mit Medikamenten

Diuretika

Diuretika dienen der Entwässerung und sollten nach Möglichkeit morgens eingenommen werden, da ihre harntreibende Wirkung nachts zu unangenehmen Toilettengängen führt. Die Wirkstoffe sorgen dafür, dass die Nieren dem Blut Salze entziehen, wodurch vermehrt Wasser aus dem Gewebe entzogen und ausgeschieden wird. Eine gute Medikamenten-Einstellung mit Diuretika ist wichtig, da es sonst zu einem übermäßigem Salz- und Kaliumverlust kommen kann, der negative Auswirkungen nach sich zieht.

Diuretika werden in der Hypertoniebehandlung fast immer mit anderen Medikamenten kombiniert und eignen sich besonders bei Menschen mit zusätzlicher Herzschwäche. Zu beachten ist, dass sich durch die Diuretika in manchen Fällen er Blutzucker und die Harnsäure ungünstig verändert.

Betablocker

Betablocker senken den Herzschlag und vermindern den Bluthochdruck, indem sie die Wirkung der Hormone Adrenalin und Noradrenalin, die bei Stress ausgeschüttet werden, blockieren. Nebenwirkungen treten in Form von langsamem Puls, trockenen Schleimhäuten, Schlafstörungen, Impotenz und einer Verschlechterung bei Asthma auf. Außerdem erhöht sich durch den abgesenkten Stoffwechsel der Blutzucker und Gefäße oder Bronchien können sich verengen.

Kalziumantagonist

Medikamente BluthochdruckKalziumantagonisten erweitern die Blutgefäße, indem sie den Einstrom von Kalziumionen (positiv geladene Teilchen) in die Muskeln hemmen. Die Behandlung von Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Herzkranzgefäßerkrankungen ist ein typisches Einsatzgebiet von Kalziumantagonisten, die häufig lebenslang genommen werden müssen. Nebenwirkungen können sich als Schwindel, Kopfschmerzen, Impotenz, Verstopfung, Gesichtsrötung, Wärmegefühl, Anschwellen der Beine und verlangsamter oder beschleunigter Herzschlag (je nach Wirkstoff) bemerkbar machen.

Der Vorteil dieser Medikamente ist, dass sie stoffwechselneutral wirken. Das bedeutet, dass sich sowohl Blutzucker als auch andere stoffwechselabhängige Körperwerte nicht ungünstig verändern.

ACE-Hemmer

Das Angiotensin umsetzende Enzym (kurz ACE) wirkt sich auf die Regulation des Blutdrucks aus und kommt vorwiegend bei Bluthochdruck und Herzschwäche zum Einsatz. Trockener Reizhusten, zu tiefer Blutdruck, Probleme während der Schwangerschaft, akutes Nierenversorgen und Hyperkaliämie (Kaliumüberschuss) können als Nebenwirkungen auftreten. Dafür sind diese ACE-Hemmer ebenfalls stoffwechselneutral und beeinflussen nicht die Blutzuckerwerte.

Angiotensin-II-Antagonist

Angiotensin-II-Antagonisten sind eine Weiterentwicklung aus ACE-Hemmern, die keinen trockenen Reizhusten verursachen und normalerweise besser verträglich sind. Angiotensin-II-Antagonisten werden bei Bluthochdruck, chronischer Herzschwäche und diabetischer Nierenerkrankung eingesetzt.

Wechselwirkungen

Bei Bluthochdruck kann schon die Änderung der Höhenlage oder der psychischen Belastung Auswirkungen haben. Eine genaue Beobachtung des Blutdrucks und Informationsweitergabe an behandelnde Stellen, wie den Arzt oder in schwereren Fällen das Krankenhauspersonal, sind maßgeblich für eine schnelle Genesung.

Die zusätzliche Einnahme von Medikamenten kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Mitteln stark beeinflussen oder unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Eigeninformation durch das Lesen der Beipackzettel, Gespräche mit dem Apotheker und dem behandelnden Arzt sind für die komplikationslose Bluthochdruckbehandlung äußerst wichtig.

Blutdrucksenkung ohne Medikamente

Schwierige Lebensumstände und eine ungesunde Lebensweise tragen zu einem erhöhten Blutdruck bei. Eine realistische und objektive Einschätzung hilft Ursachen zu finden und Maßnahmen zu ergreifen. In vielen Fällen kann die Behandlung durch Medikamente um nicht-medikamentöse Therapiebausteine ergänzt werden. Dazu gibt es eine Reihe natürlich wirksamer Möglichkeiten, die wir nachfolgend beschreiben haben.

Ausdauersport betreiben

BlutdrucksenkungMit Sport kann in den meisten Fällen Bluthochdruck gesenkt werden. Eine Verringerung um etwa 5-15 mmHg ist mit einem alters- und gewichtsgerechten Aufbau durchaus möglich. Die richtigen Sportarten zur Blutdrucksenkung sind die, die für eine mäßige Ausdauerbelastung sorgen (z.B. Radfahren, Schwimmen, Joggen, Walking). Über- und längere Spitzenbelastungen sind dabei in jedem Fall zu vermeiden.

Bei Bluthochdruck in Verbindung mit einem Diabetes kann durch zusätzliches leichtes Krafttraining eine weitere Verbesserung erzielt werden. Eine vergrößerte Muskelmasse sorgt für eine Verbesserung des Stoffwechsels und mit einem höheren Grundumsatz beim Kalorienverbrauch u.U. auch zu einer möglichen dauerhaften Gewichtsreduktion.

Optimal ist eine Trainingshäufigkeit von bis zu 5 mal pro Woche. Um die Ausdauer zu trainieren empfiehlt sich eine Trainingsdauer von mindestens 30 Minuten, damit erhalten Sie den gewünschten Effekt zur Blutdrucksenkung.

Sie sollten darauf achten, eine Sportart zu wählen, die für Ihr Gewicht und Ihr Alter passend ist, und noch viel wichtiger, die Ihnen auch den maximalen Spaß bereitet. Sonst sind die guten Vorsätze schnell dahin. Bevor Sie starten wird empfohlen, dass Sie sich mit Ihrem Arzt abstimmen, um Risiken auszuschließen und zusätzliche Informationen zu erhalten. Außerdem ist es wichtig, dass Sie auf diesem Wege die maximale Trainingsbelastung absprechen.Starten Sie in jedem Fall langsam und dosiert, und steigern Sie sich über Zeit. Hilfreich ist es, sich wöchentliche Ziele zu setzen.

Vielen Einsteigern hilft es, sich Gleichgesinnte zu suchen, damit man sich gegenseitig motivieren kann und sich beim Sport mehr Spaß einstellt. Lauftreffs und Sportgruppen freuen sich immer über Zuwachs, wenn im Bekanntenkreis sich niemand zum Mitmachen gewinnen lässt. Hilfsmittel, wie z.B. Pulsuhren und Tagebücher, steigern die Motivation, aber viel wichtiger: Sie geben Ihnen Aufschluss darüber, wie das Training Ihre Gesundheit nachhaltig verbessert!

Stress vermeiden

Stress entlastenStress sorgt für eine erhöhte Aufmerksamkeit und Leistungsbereitschaft des Körpers. Ob der Auslöser psychisch oder körperlich begründet ist, ist zweitrangig. Bei Stress werden Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet, das sympathische Nervensystem wird aktiviert, die Blutgefäße verengt, der Blutdruck steigt und der Herzschlag beschleunigt sich. Bleibt der Blutdruck über einen langen Zeitraum erhöht, schädigt dies Gefäße und Organe.

Mögliche Stressauslöser können sein:

Wichtig ist eine systematische Analyse persönlicher Stressauslöser, um dann gezielt vorzugehen. Die Verminderung von Stress schont die Nerven, Blutgefäße und beeinflusst den gesamten Herz-Kreislaufapparat. Dies trägt einen Großteil dazu bei, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu erhalten und zu verbessern.

Übergewicht reduzieren

Übergewicht senken mit ObstDie realistische Einordnung des Gewichts ist grundlegend für sinnvolle Maßnahmen bei Übergewicht. Für einen ersten Eindruck können Sie unseren BMI-Rechner verwenden.

Die Identifizierung der Ursache ist der erste wichtige Schritt, um Übergewicht abzubauen. Hierbei kann ein Ernährungsberater oder der Hausarzt behilflich sein. Eine gute Informationsgrundlage ist wichtig bei der erfolgreichen Gewichtsreduktion und hilft versteckte Zucker-und Fettfallen in "gesund wirkenden" Produkten schnell zu erkennen und zu vermeiden.

Übergewicht kann unterschiedliche Ursachen haben. Hauptsächlich entsteht es durch zucker- und fetthaltige Ernährung, gepaart mit Bewegungsmangel. Der Energieverbrauch des Körpers verändert sich durch körperliche Konstitution, Alter und Belastung und kann folglich nicht generalisiert werden. Krankheitsbedingtes Übergewicht z. B. durch eine Schilddrüsenfehlfunktion oder Medikamente kommt vor, sind aber nicht ganz so häufig.

Nikotin/Alkohol einschränken

Nikotin und Alkohol wirken schädlich auf die gesamte Gesundheit und besonders den Blutdruck. Ist ein kompletter Verzicht nicht in Betracht zu ziehen, sollte zumindest ein verringerter Konsum angestrebt werden.

Der Nikotin- und Alkoholverzicht wird durch eine körperliche Abhängigkeit oftmals erschwert. Ärzte und Krankenkassen bieten hierbei Unterstützung und sollten bei einer Abhängigkeit unbedingt zu Rate gezogen werden.

Motivation dauerhaft hochhalten

Motivation und Durchhaltevermögen sind ausschlaggebend für die Verbesserung der gesundheitlichen Situation. Das Aufschreiben von realistischen und einfachen Zielen vereinfacht die Umsetzung z. B.:Motivation mit Obst

Wichtig ist festzulegen, wann und wie die Situation verbessert werden soll, um die Erfolgschancen zu erhöhen. Die sichtbare Platzierung des Ziels, z.B. ein gut sichtbarer Zettel, eine Erinnerung im Mobiltelefon, macht dieses immer wieder präsent. Ein zeitlicher Rahmen sowie die Dokumentation des Fortschritts ermöglicht die direkte Überprüfung der Zielerreichung. Störfaktoren werden leichter erkannt und können behoben werden.

Nachsorge bei Folgeerkrankungen

MotivationDie Bluthochdruckerkrankung zieht über einen längeren Zeitraum Folgeerkrankungen mit sich, die sorgfältig überwacht und behandelt werden müssen. Die Selbstkontrolle ist ein wichtiges Instrument zur Vermeidung von Verschlechterungen und Komplikationen. Eine gute Informationsbasis über Folgeerkrankungen und typische Merkmale, sowie eine erhöhte Aufmerksamkeit helfen bei der optimalen Versorgung und dem rechtzeitigen Erkennen von akuten Notfällen wie z.B. Herzinfarkt oder Schlaganfall.

 

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Bitte beachten Sie, dass die hier wiedergegebenen Inhalte weder die medizinische Hilfe noch die Beratung durch einen Haus- oder Facharzt ersetzen können.

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