Hba1c

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HbA1c-Schwankungen riskanter als gedacht

Den HbA1c, auch Langzeitblutzucker genannt, kennen die meisten Diabetiker in Deutschland sehr gut. Dieser Laborwert zeigt quartalsweise den Status der Blutzuckereinstellung eines Diabetes-Patienten auf. Der HbA1c gibt Auskunft über die Anlagerung der Glukose an den roten Blutkörperchen. Dadurch wird die Höhe des durchschnittlichen Blutzuckerspiegels der letzten acht Wochen erkannt.

"HbA1c hoch" ist gleich "Risiko hoch"

Eigentlich bekannt, oftmals aber nicht so ganz bewusst. Folgende Ergbenisse lassen sich aus mehreren unterschiedlichen Studien ganz grob ableiten:

  1. zu starke Schwankungen nach oben erhöhen das Risiko für eine erforderliche Behandlung um bis zu 35%
  2. eine Absenkung um 0,5 Prozentpunkte halbiert das Risiko für Folgeerkrankungen über einen Zeitraum von ca. drei Jahren

Mit etwas konsequenterem Management des Blutzuckerspiegels können Sie Ihre eigene Prognose äußerst positiv beeinflussen.

HbA1c nicht alleine entscheidend

Der HbA1c ist ein Durchschnittswert. Der Vorteil ist, dass man dadurch über einen Wert die Therapie steuern kann. Also z.B. die Medikamenteneinnahme, der Bewegungsanteil oder die Ernährung. Was häufig aber vergessen wird, sind die zwei folgenden elementaren Punkte:

  1. ein Durchschnittswert zeigt nicht an, wie oft der Blutzuckerspiegel zu hoch oder zu tief war
  2. jede Überschreitung individueller Schwellen birgt das Risiko, bestimmte Zellen zu zerstören.

Diese Effekte sind bei der HbA1c-Bestimmung nicht sichtbar, haben aber unmittelbare Auswirkungen. Das ist auch der Grund, warum eine engere Blutzuckerkontrolle im Alltag wirklich sinnvoll ist. Außerdem kann über ausreichende Bewegung die zusätzliche "Verbrennung" von überflüssigen Kohlenhydraten erfolgen. Völlig medikamenten- und nebenwirkunsgfrei.

Auch wenn Sie Ihre Blutzuckerteststreifen selbst bezahlen müssen, sollten Sie täglich mindestens einmal morgens Ihren Nüchternblutzucker bestimmen. Daraus leiten Sie direkt ab, was an diesem Tag in Sachen Ernährung und Bewegung zu tun ist. Im Umkehrschluss stehen Ihnen an guten Tagen auch eine Menge zusätzlicher Genüsse zu, die normalerweise eher tabu sind. Am Ende entscheiden Sie das täglich selbst.

Unser Tipp: Behalten Sie Ihren Blutzucker immer im Auge, messen Sie lieber einmal zu viel und steigern Sie die Bewegung! Einen Ratgeber, wie Sie dass generell angehen können, finden Sie hier.

Link zum Artikel aus der Ärzte Zeitung vom 10.11.2017





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