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Digitale Gesundheitsservices: Möglichkeiten und Herausforderungen

Die Digitalisierung im Gesundheitsbereich bietet zahlreiche neue Anwendungsmöglichkeiten. Sei es bei der Vorsorge, der Überwachung und der Dokumentation von Vitaldaten oder einfach nur zur unverbindlichen Information. Dies ist mit zahlreichen Vorteilen, etwa für chronisch Kranke, verbunden. Die digitale Technik stellt uns jedoch auch vor verschiedene Herausforderungen.  

Telemedizin und andere Angebote die im Rahmen des E-Health-Gesetzes weiter ausgebaut werden, machen es einigen Patienten leichter, im Alltag mit ihren Beschwerden zu leben oder unkompliziert Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Umgang mit sensiblen Gesundheitsdaten, die dabei oft auf digitale Weise ausgetauscht werden, ist jedoch auch mit Risiken verbunden. Einer der wichtigsten Punkte ist ein ausreichender Datenschutz damit die persönlichen Informationen nicht in die falschen Hände geraten.

 

Digitale Gesundheitsdokumentation

Ältere Menschen oder Patienten mit chronischen Erkrankungen müssen oft regelmäßig und oft auch aufwändig ihren Gesundheitszustand überprüfen und dokumentieren. Blutdruckmessen bei Bluthochdruck oder auch die Überwachung des Blutzuckerspiegels bei Diabetikern – dies muss häufig mehrmals am Tag erfolgen und dann detailliert dokumentiert werden. Nur so ist es möglich, dem behandelnden Arzt beim nächsten Termin lückenlos die notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen. Bei Letzteren kommt hinzu, dass oft auch die Ernährung genauestens zu dokumentieren ist.

Digitale Diabetestagebücher oder verschiedene Gesundheitsapps können hier eine echte Erleichterung darstellen. Mit ihnen ist es möglich, die Daten direkt von den Messgeräten zu übernehmen und in eine Statistik aufzunehmen. Dies bietet gleich mehrere Vorteile:

 

Dezentrale Abläufe durch die Digitalisierung

Auch im Bereich der Vorsorge können digitale Angebote neue Möglichkeiten eröffnen. Oftmals ist es komfortabler, sich für bestimmte Vorgänge nicht extra in eine Arztpraxis begeben zu müssen. Angesichts voller Wartezimmer können digitale Alternativen dafür sorgen, dass sich verschiedene Prozesse verlagern lassen.

Nach einer detaillierten Unterweisung, weiß der Patient etwa selbst, auf was es bei einer präzisen Blutdruckmessung ankommt und kann diese selbstverantwortlich vornehmen – ohne die Hilfe von medizinischem Personal beanspruchen zu müssen. Menschen mit eingeschränkter Mobilität bekommen so die Möglichkeit, verschiedene Abläufe auch im eigenen Zuhause vorzunehmen. Auf diese Weise können nicht nur die Gesundheitskosten gesenkt, sondern auch Kapazitäten für andere Dinge freigemacht werden.

 

Digitale Gesundheitsvorsorge

Die digitale Vernetzung ist dabei auf vielfältige Weise denkbar. Diabetiker müssen beispielsweise neben dem Blutzucker und den Ernährungsgewohnheiten regelmäßig andere Vitalparameter untersuchen lassen, um krankheitsbedingte Beschwerden und Folgeerkrankungen rechtzeitig zu erkennen. So müssen Sie z. B. routinemäßig immer wieder die Augen untersuchen lassen. Eine Netzhautablösung zählt als typische Begleiterscheinung, die bei Diabetes-II-Patienten auftreten kann. Die digitale Dokumentation der Augenuntersuchungen beim Facharzt werden heute meist lückenlos an den behandelnden Diabetikarzt übermittelt. Zusammen mit anderen Informationen aus verschiedenen Vorsorgeuntersuchungen hat dieser stets einen umfassenden Überblick über den aktuellen Gesundheitsstand seiner Patienten.

Doch nicht nur für kranke Menschen, auch für die Alltagsgesundheit bieten digitale Vorsorgeangebote ein großes Maß an Komfort. Wer beim Optiker oder Augenarzt detailliert seine Sehstärke bestimmen lässt, hat die Möglichkeit, mit diesen Informationen auch im Internet nach einer passenden Sehhilfe zu suchen. Viele Online-Händler bauen dabei auf eine aktive Kooperation mit den Optikern, um ihren Kunden einen umfassenden Gesundheitsservice zu gewährleisten.

Durch eine solche Zusammenarbeit lässt sich auch im digitalen Bereich die Komponente der persönlichen Beratung ergänzen, die gerade, wenn es um unsere Gesundheit geht, eine zentrale Rolle spielt.

 

Digitale Angebote der Krankenkassen

Auch die meisten Krankenkassen haben ihr Angebot im digitalen Bereich in den letzten Jahren stark ausgebaut. Auf den jeweiligen Internetplattformen können die Patienten heute rund um die Uhr wichtige Gesundheitsinformationen abrufen oder über die Hotline auch ganz gezielt Fragen stellen. Durch diese Beratung können Sie sich beispielsweise einen unnötigen Gang zum Arzt ersparen oder es werden Empfehlungen für die Wahl des passenden Facharztes ausgesprochen.

E-HealthUmfassende Informationen in Gesundheitsfragen sind für viele Verbraucher heute wichtig geworden. Die Krankenkassen sind dabei ein vertrauenswürdiger Ansprechpartner. Sie stellen deshalb zu den verschiedensten Themengebieten und Symptomen Informationen zur Verfügung – von der richtigen Zahnpflege, dem Umgang mit Medikamenten, Therapiemöglichkeiten bei Allergien, bis hin zu Patientenrechten oder der passenden Vorbereitung auf Operationen.

Darüber hinaus kooperieren viele Kassen mit regionalen Anbietern von Präventionskursen. Vor allem im Bereich Gesunder Rücken, Herz-Kreislauf-Training oder auch zum Thema Ernährung oder Burnout-Prävention gibt es dazu ein ausgedehntes Angebot. In der Regel übernehmen Kassen, zumindest teilweise, die Kosten. Passende Kurse finden Sie in der Regel über die digitale Informationsangebote der Kassen.

 

Telemedizin

Menschen im ländlichen Raum können ebenfalls von verschiedenen digitalen Gesundheitsangeboten profitieren. Sie haben am stärksten mit einer dünn ausgeprägten ärztlichen Infrastruktur zu kämpfen. Der nächste Allgemeinmediziner ist häufig viele Kilometer weit entfernt, von Fachärzten ganz zu schweigen.

Vor allem für ältere Patienten oder solche mit eingeschränkter Mobilität wird der Gang zum Arzt dann oft zu einer Mammutaufgabe mit vielen Hindernissen. Die Telemedizin könnte hier eine sinnvolle Ergänzung des ärztlichen Angebots darstellen. In anderen Ländern wie der Schweiz ist diese Alternative seit einiger Zeit üblich und durch die Bevölkerung gut akzeptiert.

Über das Telefon oder auch einen Video-Chat im Internet kann mit medizinischem Fachpersonal Kontakt aufgenommen werden. Gerade bei kleineren Beschwerden können diese bereits umfassend weiterhelfen - gegebenenfalls wird ein Arzt zu Rate gezogen, um die Behandlung detailliert abzustimmen. Der medizinische Online-Dienst kann zudem Rezepte ausstellen und diese direkt an kooperierende Apotheken weiterleiten.

Eine derartige Infrastruktur wird in Deutschland derzeit noch durch das sogenannte Fernbehandlungsverbot verhindert. Durch eine regionale Ausnahme in Baden‑Württemberg kann dort derzeit in Modellprojekten erforscht werden, welche Möglichkeiten die Telemedizin auch bei uns in der Praxis bieten könnte. Videosprechstunden waren bislang nur möglich, wenn der Arzt den jeweiligen Patienten persönlich kennt und zuvor bereits in der eigenen Praxis behandelt hat.

 

Der Sicherheitsaspekt bei den digitalen Angeboten

Hier ist verständlicherweise die Vorsicht der Patienten groß und ein gewisses Misstrauen verständlich, bei einer telemedizinischen Behandlung auch umfassend und richtig versorgt zu werden.

„Es geht weniger um eine abschließende Behandlung, als vielmehr um eine Ersteinschätzung, wie dringend ein Arztbesuch ist und wo der Arztbesuch stattfinden soll“, so der Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein – Franz Joseph Bartmann. Der Experte ist zudem Vorsitzender des Telematik-Ausschusses der Bundesärztekammer.

Gerade deshalb scheint eine Erprobung in Modellprojekten sinnvoll zu sein, um die einzelnen Vor- und Nachteile des Systems herausfinden und analysieren zu können. Die Schweiz zeigt hier jedoch, wie die digitale medizinische Versorgung bereits gut funktionieren kann.

Der Datensicherheit gilt in diesem Zusammenhang oberste Priorität. Durch die digitale Vernetzung der unterschiedlichen Gesundheitsservices erfolgt dabei stets auch der Austausch sensibler Informationen der Patienten. Das E-Health-Gesetz gibt hier einen klaren rechtlichen Rahmen mit verschiedenen Mindestanforderungen zum Schutz der Gesundheitsdaten vor. An diesen Rahmen müssen sich alle Anbieter halten müssen, die sich in diesem Gebiet beteiligen wollen.

So müssen künftig nicht nur Arztpraxen, Apotheken und Krankenhäuser, sondern auch Anbieter der digitalen Infrastruktur zu den Gesundheitsanwendungen die strengen Richtlinien erfüllen. Eine ausreichende Verschlüsselung der Informationen, die Gewährleistung, die Daten sicher zu speichern und nicht unwissentlich an Dritte weiterzugeben oder auch bestimmte Wahlmöglichkeiten, welche Informationen gespeichert und für Dritte einsehbar sind – all dies soll einen möglichst hohen Standard zum Datenschutz gewährleisten.

 

Digitale Innovationen im Gesundheitsbereich

Über die obengenannten Möglichkeiten hinaus bietet die digitale Technologie auch ganz neue Anwendungen, welche die Gesundheitsvorsorge oder bisherige Behandlungsmethoden ergänzen und erweitern können:

 

 

Quelle der Bilder:
Foto 1: Fotolia.com, © Rostislav Sedlacek
Foto 2: Fotolia.com, © everythinpossible
Bild von Alex Gmelin




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