Wie Stress am Arbeitsplatz Ihren Körper beeinflusst

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Stress am Arbeitsplatz

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Stress am Arbeitsplatz vermeiden

Höhenverstellbare Schreibtische, ein ausgewogenes Kantinenangebot oder Ernährungskurse – das Thema „Gesundheit am Arbeitsplatz“ ist bereits in vielen deutschen Unternehmen angekommen. Grundsätzlich ist das eine erfreuliche Entwicklung. Das Problem ist jedoch, dass solche Maßnahmen in erster Linie drauf abzielen, körperliche Leiden wie Bandscheibenvorfälle oder Übergewicht zu minimieren. Davon erhoffen sich viele Firmen einen niedrigeren Krankenstand. Doch diese Rechnung wird höchstwahrscheinlich nicht aufgehen. Denn die Hauptursache für viele Krankschreibungen hierzulande liegt tiefer: Stress macht mittlerweile jeden 20. Arbeitnehmer krank – das geht zumindest aus einer DAK-Studie aus dem Jahr 2015 hervor. Dazu kommt das Phänomen des Präsentismus, das mittlerweile scheinbar zum guten Ton in Büros gehört, aber eine starke Gefahr für die prinzipielle Leistungsfähigkeit darstellt. Doch wie vermeidet man übermäßige Belastung am Arbeitsplatz und was können Arbeitgeber, Arbeitnehmer sowie Selbstständige tun, damit der Job nicht zur Gefahr für die Gesundheit wird?

Wie gehen vor allen Dingen chronisch Erkrankte mit diesem Zustand um, wenn Stress die Körperwerte maßgeblich beeinflusst oder gar verschlechtert? Vor allen Dingen Blutdruck und Blutzucker

 

Was ist überhaupt Stress?

Schlägt man den Begriff im Wörterbuch nach, so taucht unter anderem folgende Definition auf: „[Eine] erhöhte körperliche oder seelische Anspannung, Belastung, die bestimmte Reaktionen hervorruft und zu Schädigungen der Gesundheit führen kann“. Dadurch tritt ein grundlegendes Problem zu Tage: Da sich die Symptome der Überbelastung häufig im Innenleben eines Menschen abspielen, handelt es sich um eine Krankheit, die nur schwer greifbar ist. Das macht es nicht nur Betroffenen schwer, ihr Leid in Worte zu fassen – Außenstehende können es oft nicht nachvollziehen. Zudem hat jeder Mensch seine individuelle Belastungsgrenze. Wie zu hoher Druck empfunden wird, definiert vermutlich jeder anders. Deshalb wird wohl auch die seit Ende 2013 vom Arbeitsschutzgesetzt geforderte „Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen“ kaum Anklang finden – schlicht und einfach, weil Stress nicht pauschal definierbar ist.

 

Die Arbeitsplatzkultur muss sich grundlegend ändern

Aus diesem Grund kommt der Prävention eine wichtigere Rolle zu. Die gute Nachricht: Häufig reichen schon kleine Veränderungen aus, um Großes zu bewirken. Das beweisen diese Tipps:

1. Mögliche Ursachen identifizieren

Nimmt die Leistungsbereitschaft oder Motivation der Arbeitnehmer ab oder wird klar kommuniziert, dass die Belastung überhandnimmt, lautet der erste Schritt in Puncto Stressvermeidung: Ursachenforschung. Nur klar identifizierte Störquellen können letztendlich beseitigt werden. Vor allem Arbeitsabläufe müssen hier auf den Prüfstand. Zu viel Zeitdruck, weitgestreute Aufgabenbereiche oder umständliche Prozesse bergen ein großes Frustpotenzial. Selbstständige sollten in solch einer Situation darüber nachdenken, zusätzliches Personal einzustellen, das ihnen den Rücken freihält. Zudem gibt es auf dem Markt mittlerweile ein großes Angebot an Programmen, die tägliche Routineaufgaben automatisieren. So erledigt sich die Buchhaltung in vielen Betrieben heute quasi schon von selbst (ein Beispiel wie genau das funktioniert, finden in diesem Software-Leitfaden). Bereits kleine Anpassungen können häufig einiges verändern.

2.    Ein angenehmes Arbeitsumfeld schaffen

Damit ist nicht gemeint, dass Firmen gleich feste Chill-Out-Areas oder gar einen Spa-Bereich einrichten sollen. Trotzdem muss sichergestellt sein, dass Angestellte ihre Arbeit in Ruhe erledigen können. Denn nicht jeder Mensch ist als Herdentier geboren. Manche Mitarbeiter sehnen sich beim Arbeiten nach Ruhe. Andere werden erst richtig kreativ, wenn sie sich mit den Kollegen austauschen können. Rückzugsräume, ein heller und freundlicher Arbeitsplatz sowie ein ansprechender Pausenbereich sorgen für ein positives Arbeitsklima, in dem sich Teams wohlfühlen und kurz zur Ruhe kommen können. Das steigert die Produktivität.
Seminare zur Stressprävention

3. Seminare und Kurse anbieten

Mit Veränderungen im Arbeitsumfeld ist es in vielen Fällen noch nicht getan. Manche Arbeitnehmer sind in ihren alten Mustern so verhaftet, so dass sie entspannen erst wieder lernen müssen. Dabei können spezielle Anti-Stress oder Entspannungs-Seminare helfen. Das Gute dabei: Solche Fortbildungen sind für Betriebe und Mitarbeiter steuerlich absetzbar, solange der Beleg nicht fehlt. Hier finden Sie dafür z. B. eine kostenlose Quittungs-Vorlage. Zudem dürfen Geschäftsführer gerne ungewohnte Wege gehen. Beispielsweise wenn es um den Stress-Killer Nummer eins geht: Sport. Sei es eine feste Jogging- oder Yoga-Gruppe in der Firma – gemeinsame Aktivitäten bringen einen Ausgleich zum Arbeitsalltag und schweißen Kollegen zusammen.

4. Arbeit und Freizeit klar trennen

Nach Feierabend noch das Diensthandy und die Firmen-Mails im Blick haben— das verlangen nach wie vor viele Arbeitgeber von ihren Angestellten. Doch gerade wenn Arbeit und Privatleben verschwimmen, ist Anspannung vorprogrammiert. Dieser Zustand kann irgendwann in einer totalen Überforderung enden. Dagegen fällt es Selbstständigen, die alleine für ein gesamtes Unternehmen haften, oft schwer, sich in der Freizeit vom Geschäft zu lösen. Dennoch sind beide Varianten der falsche Weg. Ruhephasen, in denen man nicht die Arbeit im Nacken spürt, müssen sein. Ansonsten riskiert man langfristig schwere gesundheitliche Schäden oder einen Burn-Out.

5. Allumfassende Transparenz schaffen

Um fit für die Zukunft zu sein, bleibt es in vielen Firmen nicht aus, dass Dinge manchmal verändert werden müssen – sei es in Bezug auf Personal, Arbeitsabläufe oder Technologien. Viele Betriebe begehen jedoch den Fehler, solche Entwicklungen nicht klar zu kommunizieren. Doch Neuerungen, die nicht klar abschätzbar sind, sorgen bei der Belegschaft häufig für Unsicherheit und Unzufriedenheit – kurz gesagt: Stress. Bei grundlegenden Richtungsänderungen kommt es deshalb immer auf eine offene und deutliche Kommunikation an. Böse Überraschungen erlebt bekanntlich niemand gerne.

6. Offenheit und Gesprächsbereitschaft signalisieren

Leider gibt es immer noch Führungskräfte, die nur wenig Interesse für die Anliegen ihrer Mitarbeiter haben. Diese Idee des Chefseins ist heutzutage aber längst nicht mehr zeitgemäß. Geschäftsführer, die ihren Angestellten unnötige Belastung ersparen wollen, müssen mit diesen aktiv den Kontakt suchen. Nur so fühlen sich Arbeitnehmer wahr- sowie ernstgenommen und kommunizieren mögliche Probleme ihrerseits mit der Führungsetage. Diese Offenheit dürfen Geschäftsführer jedoch keinesfalls als Schwäche ansehen, sondern vielmehr als Chance, um mögliche Missstände im Betrieb zu beseitigen. Nur in einem angenehmen Arbeitsumfeld kann sich schließlich eine gesunde, zufriedene und leistungsfähige Belegschaft entwickeln, die fit für die Anforderungen der Zukunft ist. Darum ist Stressprävention auf lange Sicht gesehen ein zusätzlicher Wettbewerbsvorteil.

 

Stressvermeidung: Die Richtung stimmt, doch es muss sich noch einiges ändern

Alles in allem hat Deutschland, was das Thema Stressvermeidung angeht, zumindest schon den richtigen Weg eingeschlagen. Mittlerweile wird anerkannt, dass zu viel berufliche Belastung krank machen kann. Diese Tatsache wurde noch vor ein paar Jahren gerne mal unter den Tisch gekehrt. Schließlich sind psychische Belastungen unsichtbar und werden von Person zu Person unterschiedlich wahrgenommen. Was das Klima am Arbeitsplatz angeht, so ist jedoch noch viel Luft nach oben. Viele Unternehmen scheinen auf dem Mitarbeiter-Ohr aber immer noch taub zu sein. Denn was gerne vergessen wird: Für den Erfolg eines Betriebs sind alle Mitarbeiter verantwortlich. Doch sie können nur Leistung bringen, wenn Sie sowohl über genügend körperliche als auch geistige Stärke verfügen.

 

Quelle der Bilder:
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